Nach Sechsfachmord von Stade: Mutmaßlicher Verkäufer von Waffe in Berlin gefasst
Rund zwei Monate nach dem Sechsfachmord in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade haben Ermittler den mutmaßlichen Verkäufer der Tatwaffe gefasst. Es handle sich um einen 49 Jahre alten Mann aus Berlin, teilte die Staatsanwaltschaft in Stade am Dienstag mit. Er sei am Montag in der Hauptstadt durch Spezialkräfte sowie Beamte der Mordkommission der Stader Polizei festgenommen worden.
Inzwischen wurde der Mann in eine Justivzvollzugsanstalt nach Niedersachsen gebracht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Verdächtige dem mutmaßlichen Täter von Stade die Waffe "offenbar" einige Tage vor den tödlichen Schüssen am 29. Juli verkauft haben.
Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich um einen 45-Jährigen, der während eines sogenannten Hilfeplangesprächs in der Einrichtung in Stade das Feuer eröffnete und sechs Mitarbeitende des privaten Trägers sowie des Jugendamts tötete. Er war unmittelbar nach der Tat von Polizisten gefasst und wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft genommen worden. Dort beging er etwa drei Wochen später Suizid in seiner Zelle.
Die Ermittlungen gegen ihn wurden daraufhin routinemäßig eingestellt, gegen Tote wird nicht weiter ermittelt. Die Ermittlungen in dem Fall gehen dennoch weiter, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag betonte.
Hintergrund der Bluttat, die bundesweit für Entsetzen sorgte, war nach Ermittlerangaben mutmaßlich ein Sorgerechtsstreit. In der Einrichtung in Stade waren die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sowie die 34-jährige Kindsmutter untergebracht. Einem Medienbericht zufolge wird auch gegen die Kindsmutter und eine 65-jährige mutmaßliche Fluchthelferin des Tatverdächtigen ermittelt. Sie hatte das Fluchtauto gesteuert und war mit dem 45-Jährigen gemeinsam festgenommen worden.
U.Marciniak--GL