Kreatinin-basierte eGFR unterschätzt Nierenfunktionsstörungen bei Krebspatienten
Forscher der Universität São Paulo haben in einer aktuellen Studie an der ASN Kidney Week in Denver davor gewarnt, dass die gängige Methode zur Schätzung der Nierenfunktion bei Krebspatienten versagen kann. Die mit Kreatinin basierte eGFR unterschätzt das Ausmaß der Nierenschädigung oft erheblich, was fatale Folgen für die Dosierung von Chemotherapeutika haben könnte.
Die bei Krebspatienten übliche Methode zur Beurteilung der Nierenfunktion könnte zu falschen Therapieentscheidungen führen. Forschende aus Brasilien haben auf der ASN Kidney Week 2026 in Denver vor den Risiken einer kreatininbasierten Schätzung der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) gewarnt. Demnach unterschätzt diese Methode das Ausmaß einer Nierenfunktionsstörung bei Menschen mit soliden Tumoren erheblich.
Ein Team der Universität São Paulo hat in seiner Studie die gemessene GFR (mGFR) mit der geschätzten GFR (eGFR) bei 1.200 Erwachsenen mit soliden Tumoren verglichen. Die mGFR wurde mittels Plasma-Clearance von 51Cr-EDTA ermittelt, während die eGFR anhand von Kreatinin oder einer Kombination aus Kreatinin und Cystatin C geschätzt wurde.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Standardverfahren zur Nierenfunktionsprüfung bei dieser Patientengruppe unzuverlässig sein können. Eine fehlerhafte Einschätzung der Nierenleistung hat direkte Auswirkungen auf die Dosierung von Medikamenten, insbesondere bei der Gabe von Chemotherapeutika, die über die Niere ausgeschieden werden.
Die Präsentation der Daten erfolgte im Rahmen der ASN Kidney Week 2026 in Denver. Die Forscher betonen die Notwendigkeit, die Grenzen der kreatininbasierten Schätzung bei onkologischen Patienten zu berücksichtigen, um eine sichere und effektive Behandlung zu gewährleisten.
G.Jozwiak--GL