Startup-Szene in Deutschland: Gründer sammeln deutlich mehr Investitionen ein
Startups in Deutschland haben 2026 bereits deutlich mehr Kapital eingeworben als im Vorjahr. Bis September seien bereits Investitionen von acht Milliarden Euro geflossen und damit mehr als im gesamten Jahr 2025 mit einem Investitionsvolumen von 7,5 Milliarden Euro, wie der Startup-Verband am Montag mitteilte. "Das zeigt, was in Deutschland möglich ist", erklärte Vorstandsvorsitzende Verena Pausder. "Beim Wachstumskapital und vor allem bei großen Runden hängen wir international aber immer noch hinterher."
Große Finanzierungsrunden gab es vor allem in den Bereichen Verteidigung und Deeptech, wie der Verband weiter mitteilte. Als Deeptech-Startups werden demnach Unternehmen bezeichnet, die grundlegend neue Technologien auf den Markt bringen und dafür eine lange Entwickungszeit brauchen. Diesem Bereich werden rund zehn Prozent der Startups zugeordnet.
Zugleich seien bis September zehn deutsche Startups zu Unicorns aufgestiegen - also zu besonders wertvollen Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar, erklärte der Verband. "Das sind so viele wie seit 2021 nicht mehr, womit die Gesamtzahl aktuell auf 39 steigt."
Allerdings will laut dem Startup-Monitor des Verbandes die Mehrheit der Startups mit Ambitionen auf einen Börsengang diesen eher in den USA umsetzen (61,9 Prozent), "weil dort Liquidität, Bewertungsniveaus und die Investorenbasis für Technologiewerte deutlich größer sind". Das sei "wenig schmeichelhaft für den europäischen Kapitalmarkt", heißt es. Nur 27 Prozent wollten an eine deutsche Börse.
Für den jährlich erscheinenden Monitor wurden nach Verbandsangaben zwischen Mitte Juni und Ende August rund 1800 Datensätze von deutschen Startups erhoben. Zudem fließen demnach Investment- und Gründungsdaten weiterer Startup-Datenbanken und Vergleichswerte des Ifo-Instituts in die Studie mit ein.
Q.Sikora--GL