Durchbruch in Verhandlungen über EU-Freihandelsabkommen mit den Philippinen
Die EU und die Philippinen haben in ihren Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen einen Durchbruch erzielt. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und die philippinische Handelsministerin Cristina Roque sprachen in einer gemeinsamen Erklärung in der Nacht zum Dienstag von einem "wichtigen Meilenstein für beide Seiten". Das Abkommen soll demnach "in den kommenden Monaten" formal unterzeichnet werden.
Das Freihandelsabkommen soll für Unternehmen auf beiden Seiten neue Exportmärkte erschließen und Lieferketten stabiler machen. Es gebe ein "riesiges Wachstumspotenzial", erklärte EU-Kommissar Sefcovic. Ihm zufolge beläuft sich das Handelsvolumen zwischen beiden Seiten derzeit auf rund 18 Milliarden Euro an Gütern und zehn Milliarden Euro an Dienstleistungen pro Jahr.
Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sprach von einem "enormen Marktpotenzial". Das finale Abkommen müsse für "vollständige Zollsenkungen in allen Industriebereichen sowie die Öffnung der öffentlichen Beschaffungsmärkte" sorgen, forderte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Die deutsche Wirtschaft erhofft sich zudem einen Zugang zu Rohstoffen von den Philippinen.
Die EU und die Philippinen hatten schon 2016 Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen, sie aber im Jahr darauf auf Eis gelegt. Seit März 2024 laufen die Verhandlungen wieder. Beide Seiten betonten nun ihr "gemeinsames Interesse an einer offenen, inklusiven und regelbasierten internationalen Ordnung".
Die EU bemüht sich wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und der angespannten Beziehungen zu China um alternative Handelspartner. In den vergangenen Monaten unterzeichnete sie bereits einen erweiterten Handelsvertrag mit Mexiko und schloss die Verhandlungen mit Indien ab. Ein Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ist seit Mai vorläufig in Kraft.
B.Michalski--GL